Pflege

Thema Pflege – ganz oben auf der Agenda der Gesundheitsregion

Vorschau


Der demografische Wandel mit steigender Lebenserwartung bei niedrigen Geburtenziffern stellt die Versorgungsstrukturen in der häuslichen und stationären Pflege vor große Herausforderungen. Für die nachhaltige Sicherung der Versorgungsqualität in der Kranken- und Altenpflege ist es deshalb unverzichtbar qualifizierte Pflegekräfte in der Region zu halten und neue Kräfte in den Landkreis zu locken. Die Pflege ist deshalb seit Kurzem Pflichthandlungsfeld aller Gesundheitsregionen in Bayern. Vorrangig geht es dabei um die Themen bzw. Aufgabenbereiche:

Pflege vor Ort insbesondere in Bezug auf Koordination, Kooperation und Steuerung, Förderung der aktiven, selbst bestimmten Lebensweise im vertrauten Wohnumfeld bis ins hohe Alter, Pflege- und Betreuungskonzepte, Versorgung pflegebedürftiger Menschen und die Unterstützung ihrer Angehörigen.

Die GesundheitsregionPlus Landkreis-Garmisch-Partenkirchen unterstützt Projekte vor Ort. Eines davon ist der Pflegestützpunkt des Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Ziel ist es hier, Bürgerinnen und Bürger kompetent zum Thema Pflege zu beraten und Hilfestellung leisten zu können.

Darüber hinaus soll ein Pflegenetzwerk im Landkreis etabliert und so die Akteure besser vernetzt werden um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Pflegestützpunkt

 

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Beratungsstelle für Pflegebedürftige und Angehörige

Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Bayern nimmt im Zuge des demografischen Wandels rasant zu. Laut Prognosen werden es im Jahr 2050 bis zu 880.000 sein – und damit knapp doppelt so viele wie derzeit. Tritt in einer Familie plötzlich ein Pflegefall ein, stehen die Angehörigen vor vielen offenen Fragen – und fühlen sich nicht selten überfordert. Das fängt bei den Anträgen an, um Pflegeversicherungs- und andere Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, geht über die Frage der passenden Angebote im Landkreis und hört beim barrierefreien Umbau der eigenen vier Wände auf. Hier setzt der Pflegestützpunkt, ein neues Angebot im Landkreises Garmisch-Partenkirchen, an. Dabei handelt es sich um eine Beratungsstelle, die im bürokratischen Dickicht der Pflege eine Orientierung liefert und maßgeschneiderte Hilfe leistet. Die vertrauliche Beratung durch die Fachberater ist kostenlos, findet telefonisch, vor Ort oder zu Hause bei den Betroffenen statt.

Der Pflegestützpunkt Garmisch-Partenkirchen bietet:

  • Beratung für Menschen mit Pflegebedarf ebenso wie für Angehörige
  • Beratung aus einer Hand, kompetent, umfassend und neutral
  • Informationen zu den Angeboten im Landkreis
  • Information zu gesetzlichen Ansprüchen, z.B. im Rahmen der Pflegeversicherung
  • Eine passende Lösungsvorschlag für die individuelle Lebenssituation
  • Hilfestellungen bei der Entscheidungsfindung
  • Koordinierung der einzelnen Hilfen

Den Pflegestützpunkt finden Sie im ServiceZentrum Leifheit in der Von-Brug-Straße 5 in Garmisch-Partenkirchen

Öffnungszeiten: Mo - Do 8.00 - 12.30 Uhr, Fr 8.00 - 12.00 und nach Vereinbarung

Hinweis: Aufgrund von Personalengpässen sind die Öffnungszeiten derezeit wie folgt:
Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie nach Vereinbarung

Telefon: 08821 / 751-557 (Herr Roscher) bzw. -556 (Frau Becker)
E-Mail: psp@lra-gap.de und pflegestuetzpunkt@lra-gap.de

 

Weitere Informationen, wie die Hilfe zur Pflege oder Eingliederunsghilfe, sind auch auf der Seite des Bezirk Oberbayern zu finden.

 

 

 

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Eine Tatsache, die laut Demographie-Prognosen insbesondere den Landkreis Garmisch-Partenkirchen trifft, in dem schon heute der Anteil älterer Bürgerinnen und Bürger höher ist, als in anderen bayerischen Landkreisen. Ein oft unterschätztes Problem des Älterwerdens: Seniorinnen und Senioren sind stark suchtgefährdet – Studien zeigen, sogar deutlich stärker als junge Menschen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Übergang in den Ruhestand bringt viele Brüche und Veränderungen: Die Tage haben keinen Rhythmus, keine feste Struktur mehr und die Wohnung ist plötzlich leer, weil die Kinder ausgezogen sind. Freunde oder Partner werden krank oder sterben und immer häufiger sitzt man alleine vor dem Fernseher. Hinzukommen finanzielle Einbußen, körperliche Einschränkungen oder Schmerzen. Seelentröster wie Schmerz- und Schlafmittel, Alkohol und Zigaretten haben es da leicht. „Die heute 65-Jährigen führen meist ein aktives und genussfreudiges Leben mit einer hohen Verfügbarkeit und auch gesellschaftlichen Akzeptanz von Suchtmitteln wie Alkohol. Wenn diese Konsumgewohnheiten unter den sich ändernden Voraussetzungen fortgeführt oder sogar noch verstärkt werden, kann das zu massiven Suchtproblemen führen", erklärt Petra Hilsenbeck, Gesundheitsmanagerin der Zugspitz Region GmbH.

Die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Starnberg haben in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Workshops und Schulungen zum Thema Suchprävention für Seniorinnen und Senioren anboten. Gesteuert wird das Modellprojekt unter dem Titel „Unabhängig im Alter – Primärprävention für Seniorinnen und Senioren" von der in der Zugspitz Region GmbH angesiedelten Gesundheitsregionplus Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Projektpartner sind der Landkreis Starnberg sowie die seit mehr als 25 Jahren auf Suchtberatung und Prävention spezialisierten Suchtberatungsstellen Garmisch-Partenkirchen und Starnberg des Vereins Condrobs e.V. Möglich wird das Projekt durch das Förderprogramm „Gesunde Kommune" der Techniker Krankenkasse. Im Rahmen des Förderprogramms fließen bis Ende 2020 insgesamt 40.000 Euro in das Projekt. Ziel ist es, alle Akteure in der Seniorenarbeit und Suchtprävention in beiden Landkreisen für das Thema zu sensibilisieren und miteinander zu vernetzen. Seniorinnen und Senioren soll durch Aufklärung und Information ein maßvoller Konsum von Suchtmitteln und eine gesundheitsbewusste Lebensführung im Alter nähergebracht werden. „Wir wollen das Thema enttabuisieren und durch suchtpräventive Maßnahmen die individuelle Lebensqualität, Selbständigkeit und Mobilität von Seniorinnen und Senioren im Landkreis möglichst lange erhalten", sagen Dr. Carolin Zeller und Stefan Wenger von Condrobs.